"It ain`t over till it`s over"Rocky Balboa alias S. Stallone & die Thüringische MP-DailySoap

Ich finde, es hat was von diesen unsäglichen DailySoaps, in denen die Geschichten immer und immer wieder eine überraschende Wendung haben MÜSSEN, damit die Serie nur ja nicht zu Ende geht. In Erfurt im schönen Thüringen könnte man sogar den ein oder anderen Titel bekannter Soaps leicht modifiziert übernehmen: "Schlechte Zeiten, ganz schlechte Zeiten", "Neben uns", "Rote Socken", "Schatten, der Leiden schafft", "Fuchstraße", "Ramelow-Story", "Sturm der Hiebe", "Reich und schön blöd", "Erfurt - Tag & Nacht", "IN aller Feindschaft".

Einige Namen renommierter Seifenopern passen aber sogar wie der sprichwörtliche Deckel auf den Topf, denkt man nur an "Alles was zählt", "Nachbarn", "EastEnders", "Zeit der Sehnsucht" oder gar an "Verbotene Liebe".




Hier mein Kommentar zur neueste Folge "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann" (zur Erinnerung: die letzte Folge endete damit, dass sich die Unterhändler der NichtAfD-Fraktionen des thüringischen Landtages zu netto rund 30 Stunden andauernden Gesprächen trafen).


Nicht mutig, was da in Thüringen ausdrücklich NICHT besprochen wurde, aber hoffentlich wenigstens pragmatisch und zielführend. Ich bin gespannt... Ein Geschmäckle könnte bleiben: man kann so am Ende doch nicht wissen, ob es AfD-Stimmen gewesen sein werden oder einige von der CDU, welche die hoffentlich gelingende Wahl Ramelows ermöglicht haben könnten. Sicher sein wird man nur, wenn diejenigen 4 + X Abgeordneten der CDU- und möglicherweise auch der FDP-Fraktion, die Ramelow zuvor ihre Stimme gegeben haben, dann öffentlich dazu stehen werden.


Wenn es aber stimmt, was als Gerücht kursiert, dass in der CDU-Fraktion per Los bestimmt werden solle, wer Ramelow mitzuwählen hat.... ja, dann wird Ramelows Wahl wirklich zum Glücksspiel. Denn es gibt wohl CDU-Abgeordnete, für die das rote Tuch sogar bedrohlicher ist als die braune Pest. Lost ein solcher keine Niete, sondern einen der "Hauptgewinne" in dieser unwürdigen CDUinternen Tombola, dann wird er seinen "Gewinn" möglicherweise gar nicht einlösen, oder? Schließlich kann die Partei ja nicht quasi befehlen, wer gegen den Parteitagsbeschluss zu stimmen hat, die CDU kann doch nicht anordnen, wer was wann zu tun und zu lassen hat - dann agiert sie doch genau so, wie sie es dem politischen System vorwirft, das sie noch immer aufs Engste mit der heutigen LINKEN verknüpft.

Na, merkt ihr was: das ist schon mehr als ein Dilemma, in das sich die CDU da hineinmanövriert hat. Sie kann, wie die SZ so schön titelt, eigentlich nur einen - aus ihrer Sicht - Fehler begehen oder einen noch größeren Fehler.Würde die BundesCDU sich der neuen Wirklichkeit gemäß von ihrer völlig überholten Haltung zu den LINKEN distanzieren, diese nicht länger verteufeln (sie muss sie ja nicht gleich mögen!), könnte jeder CDUler im Erfurter Parlament ganz entspannt und ohne Gewissensnöte gegenüber einem "Parteiapparat" entscheiden, was ihm aktuell wichtiger ist. Derzeit können das nur die ganz Mutigen oder diejenigen, die per Los bestimmt und dazu noch "hörig" und brav genug sind. Ja, wo leben wir denn ....? Aber was geschieht tatsächlich? Die echten und auch selbst ernannte Sprachrohre der BundesCDU (z.B. Ziemiak, Spahn und natürlich Merz) beharren lautstark auf ihrer irrigen Einordnung der LINKEN, sie verhärten die Front nochmals. Mann, Mann, Mann - werfe jemand den Linken noch mal Ideologietreue vor....!


Ramelow hat laut SZ "am Samstagnachmittag einen alten Spruch seines Vorvorvorgängers Bernhard Vogel von der CDU getwittert: "Erst das Land, dann die Partei, dann die Person." Es gäbe aber noch ein anderes Motto für diese Tage, nicht Vogel, nicht Ramelow, sondern Rocky Balboa, also Sylvester Stallone: "It ain't over till it's over." Seiner Wahl sollte Bodo Ramelow erst dann sicher sein, wenn seine Fraktionsvorsitzende mit Blumen vor ihm steht." Isso!

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